50 Jahre Drogenkrieg haben den Konsum nicht reduziert.

Alle Drogen. Reguliert. In Apotheken.

Kokain, Heroin, MDMA und andere Drogen – ein regulierter Markt statt Schwarzmarkt. Keine Streckmittel. Keine Beschaffungskriminalität. Keine Finanzierung von Kartellen durch europäische Konsumenten.

6.166
Drogentote EU 2021
87 Mio.
EU-Bürger haben konsumiert
1,6 Mio.
Drogendelikte EU 2023
31 Mrd. €
EU-Drogenmarkt/Jahr

Quellen: EUDA European Drug Report, EUDA/Europol EU Drug Markets Report

"Als die USA die Alkoholprohibition beendeten, kollabierte Al Capones Imperium. Nicht weil Kriminalität verschwand – sondern weil der lukrativste Markt legal wurde."

Dasselbe Muster ist möglich.
Analyse

Warum Prohibition gescheitert ist

Die aktuelle Drogenpolitik schadet mehr als sie schützt. Hier ist die Analyse.

Gesundheitliches Versagen

Menschen sterben nicht an Drogen – sie sterben an der Illegalität. Unbekannte Dosierungen, Verunreinigungen, fehlende medizinische Hilfe.

  • Fentanyl-Krise: Synthetische Opioide werden zunehmend anderen Substanzen beigemischt – ohne Wissen der Konsumenten.
  • Streckmittel: Von synthetischen Cannabinoiden bis zu giftigen Beimischungen – der illegale Markt hat keine Qualitätskontrolle.
  • Dosierungsunsicherheit: Jede Charge kann unterschiedlich stark sein. Was gestern sicher war, kann heute tödlich sein.
Einwand: Führt Regulierung nicht zu mehr Konsum?

Die Evidenz zeigt das Gegenteil: Portugal hat 2001 alle Drogen entkriminalisiert – der Konsum ist nicht gestiegen, bei Jugendlichen sogar gesunken. Die Niederlande haben trotz Coffeeshops niedrigere Cannabis-Konsumraten als Deutschland.

Obdachlosigkeit und faulende Wunden sind kein Naturgesetz.

In vielen europäischen Städten entstehen faulende Wunden durch verunreinigte Straßendrogen und infizierte Einstichstellen. Streckmittel wie Lidocain oder Levamisol zerstören Gefäße und Gewebe.

Alkoholabhängige konsumieren dagegen ein reguliertes, versteuertes Produkt. Auch obdachlos kaufen sie legale Substanzen ohne unbekannte Beimengungen – sie sterben nicht an Streckmitteln, verlieren keine Gliedmaßen durch verunreinigtes Gift und tragen dennoch über Steuern zum Gemeinwohl bei.

Regulierung heißt: reine Substanzen statt Straßengift, medizinische Kontrolle statt Nekrosen, Einnahmen statt Folgekosten.

Gesellschaftliches Versagen

Regulierung bedeutet: Steuereinnahmen statt Kartellgewinne, professionelle Beratung statt anonymer Straßenhandel, Gesundheitsvorsorge statt Notfallmedizin.

Heute: Schwarzmarkt

€31+ Mrd.

jährlich an Kartelle in der EU

Mit Regulierung

Steuereinnahmen

für Prävention, Therapie, Aufklärung

Quelle: EUDA/Europol EU Drug Markets Report – geschätzter Jahresumsatz des illegalen EU-Drogenmarkts.

Stigma verhindert Hilfe

Menschen mit Suchtproblemen verstecken sich aus Angst vor sozialer Ächtung. Sie suchen erst Hilfe, wenn es fast zu spät ist – oder gar nicht. In einem regulierten System könnten sie offen Unterstützung suchen, bevor die Spirale beginnt – bei Fachleuten statt auf der Straße.

Einwand: Müssen wir Drogenkonsum nicht gesellschaftlich ablehnen?

Ablehnung und Verbot sind nicht dasselbe. Wir lehnen Rauchen gesellschaftlich ab – trotzdem ist Tabak legal und reguliert. Das Ergebnis: Raucherquoten sinken seit Jahrzehnten. Ehrliche Aufklärung und Gesundheitspolitik wirken besser als Verbote.

Das Problem heute: Alkohol und Tabak neben Brot

Selbst bei legalen Drogen versagt unser System: Hochgiftiger Alkohol und Tabak liegen im Supermarktregal neben Lebensmitteln. Kein Altersfilter am Eingang, keine Pflichtberatung, billige Lockangebote. Eine ernsthafte Regulierung würde auch diese Produkte in spezialisierte Verkaufsstellen mit Alterskontrolle und Beratung verlagern – genau das fordern wir für alle Substanzen.

Versagen der Strafverfolgung

"Man kann Kartelle nicht gleichzeitig bekämpfen und finanzieren."

Die Prohibitions-Paradoxie:

  • Hohe Preise: Prohibition hält Preise künstlich hoch – extreme Gewinnmargen
  • Risiko eingepreist: Beschlagnahmungen und Verhaftungen sind kalkulierte Geschäftskosten
  • Nachfrage konstant: 50 Jahre Drogenkrieg haben den Konsum nicht reduziert
  • Gewalt garantiert: Illegale Märkte werden mit Waffen statt Anwälten geregelt
Einwand: Organisierte Kriminalität existiert immer – Regulierung löst das Problem nicht

Stimmt. Aber wir entscheiden, welche Märkte wir ihnen überlassen. Als die USA die Alkoholprohibition beendeten, kollabierte Al Capones Imperium. Nicht weil Kriminalität verschwand – sondern weil der lukrativste Markt legal wurde. Dasselbe Muster ist möglich.

Der blinde Fleck

Warum die Debatte nie über Regulierung spricht

In jeder Dokumentation über Drogenkriminalität heißt es: „Es gibt keine Lösung." Nie wird auch nur ein Halbsatz darüber nachgedacht, dass echte Regulierung die Kartelle entmachten könnte.

Das Beispiel Niederlande

Trotz Coffeeshop-Toleranz sind Drogenbanden extrem mächtig, infiltrieren den Staat und ermorden Zivilisten wie Anwälte und Journalisten. Der Grund: Die Versorgungskette bleibt illegal. Coffeeshops verkaufen legal, aber Produktion und Großhandel liegen in krimineller Hand.

Ein Halbsystem hält Kartelle am Leben

Die niederländische „Toleranz" ist keine Regulierung – es ist ein Halbsystem. Solange Produktion und Großhandel illegal bleiben, bleiben Kartelle im Geschäft. Das Geld fließt weiter an die organisierte Kriminalität.

Das Beispiel Schweden

Schweden wählt den umgekehrten Weg: härteste Repression, mehr Polizei, schnellere Abschiebungen. Das Ergebnis? Bandengewalt bleibt hoch, Minderjährige werden rekrutiert, das Problem verlagert sich statt zu verschwinden. Härter durchgreifen ohne Regulierung bekämpft Symptome, nicht Ursachen.

Echte Regulierung bedeutet:

  • Legale Produktion unter staatlicher Kontrolle
  • Legaler Großhandel mit Qualitätskontrolle
  • Legaler Verkauf in Apotheken oder lizenzierten Geschäften
  • Kartelle verlieren den gesamten Markt – nicht nur den Endverkauf

Erst wenn die gesamte Lieferkette legal und kontrolliert ist, können wir die organisierte Kriminalität tatsächlich entmachten.

Lösung

Wie Regulierung funktioniert

Regulierung ist nicht Förderung. Wir regeln gefährliche Dinge nicht, weil wir sie fördern wollen – sondern weil Kontrolle besser schützt als Verbote.

Alkohol Medikamente Reguliertes Modell
Altersgrenze ✓✓
Qualitätskontrolle ✓✓
Werbeverbot ✓✓
Beratungspflicht ✓✓
Medizinische Überwachung ✓✓

✓✓ = Strengere Kontrolle als bei Alkohol

Die fünf Säulen der Regulierung

Qualitätskontrolle

Pharmazeutisch reine Substanzen mit bekannter Dosierung. Keine Streckmittel, keine unbekannten Beimischungen.

Medizinische Begleitung

Ärztliche Erstberatung, regelmäßige Gesundheitschecks, direkter Zugang zu Therapieangeboten.

Alterskontrolle

Strenge Altersverifikation. Dealer fragen nicht nach dem Ausweis – lizenzierte Verkaufsstellen schon.

Präventionsfinanzierung

Steuereinnahmen fließen in Aufklärung, Prävention und Therapie statt in Kartellkassen.

Datenschutz

Medizinische Schweigepflicht. Keine zentrale Konsumentenliste. Keine Datenweitergabe an Polizei oder Arbeitgeber.

Was NICHT passiert

  • Keine zentrale Konsumentenliste
  • Keine Datenweitergabe an Polizei
  • Kein Arbeitgeber-Zugang
  • Keine Führerschein-Verknüpfung

Was garantiert wird

  • Medizinische Schweigepflicht
  • Unabhängige Aufsicht
  • Zweckgebundene Gesundheitsdaten
  • Anonyme Statistiken

Der Prozess in 4 Schritten

1. Registrierung

Anonyme Registrierung bei einer lizenzierten Verkaufsstelle. Ärztliche Erstberatung.

2. Beratung

Aufklärung über Risiken. Regelmäßige Gesundheitschecks. Zugang zu Therapie.

3. Verkauf

Pharmazeutisch reine Substanzen werden verkauft – mit definierter Dosierung und Qualitätskontrolle.

4. Finanzierung

Steuereinnahmen für Prävention, Therapie, Forschung.

Steuern, Subventionen, Solidarität

Regulierter Verkauf heißt: Der Staat kassiert Steuern, kann Preise notfalls subventionieren und übernimmt Verantwortung für verletzliche Menschen – weil weniger Kriminalität und kein Blutgeld auch in unserem Interesse sind.

  • Verkäufe werden versteuert und finanzieren Prävention, Therapie und soziale Angebote.
  • Staatliche Preisaufsicht kann Dealer unterbieten und so den Schwarzmarkt austrocknen.
  • Weniger Kriminalität und kein Blutgeld sind ein moralischer Eigennutzen für die ganze Gesellschaft.
Evidenz

Internationale Fallstudien

Regulierung ist keine Theorie – sie wird weltweit praktiziert. Hier sind die Ergebnisse.

🇨🇭 Schweiz Heroinprogramm seit 1994

Schwer Heroinabhängige bekommen pharmazeutisch reines Heroin unter ärztlicher Aufsicht. Das Programm läuft seit 30 Jahren.

Das Modell:

  • Heroin-gestützte Behandlung (HAT) für schwer Abhängige
  • Pharmazeutisch reines Heroin unter ärztlicher Aufsicht
  • Tägliche Besuche in spezialisierten Kliniken
  • Integriert in umfassendes Behandlungsprogramm
↓↓
Beschaffungskriminalität
↑↑
Soziale Integration
↑↑
Gesundheit
Spart
Kosten-Nutzen
🇵🇹 Portugal Entkriminalisierung seit 2001

Alle Drogen entkriminalisiert. Besitz kleiner Mengen ist keine Straftat mehr. Stattdessen: Verweisung an "Dissuasion Commissions". Fokus auf Gesundheit, nicht Bestrafung.

Niedrig
Drogentote (EU-Vergleich)
↓↓
HIV-Infektionen
↑↑
Behandlungen
Inhaftierungen
🇳🇱 Niederlande Coffeeshops seit 1976

"Gedoogbeleid" – Toleranzpolitik für Cannabis. Lizenzierte Coffeeshops dürfen bis zu 5g verkaufen. Strenge Regeln: Keine Werbung, keine Minderjährigen, keine harten Drogen. Ergebnis: Cannabis-Konsum unter EU-Durchschnitt.

🇨🇦 Kanada Legalisierung seit 2018

Erstes G7-Land mit vollständiger Cannabis-Legalisierung. Bundesweite Legalisierung mit provinzieller Umsetzung. Strenge Qualitätskontrollen. Ergebnis: Schwarzmarkt schrumpft kontinuierlich, Steuereinnahmen steigen.

Was die Forschung zeigt

Konsummuster

Erwachsenen-Konsum steigt leicht, Jugendkonsum bleibt weitgehend konstant. Retail-Dichte, Preise und Aufklärung sind entscheidend.

Gesundheit & Sicherheit

Mehr ED-Besuche bei Edibles/hoch dosierten Produkten. Governance (THC-Limits, Tests) reduziert Risiken.

Illegale Märkte

Cannabis-Beschlagnahmen an der US-Grenze sanken seit 2013 um bis zu 80%. Aber Kartelle weichen auf Fentanyl, Heroin und Meth aus – deshalb muss Regulierung ALLE Drogen umfassen.

Wissenschaftliche Quellen

EUDA

EU-Drogenagentur

euda.europa.eu →

Johns Hopkins-Lancet Commission

Drogenpolitik und öffentliche Gesundheit

thelancet.com →

Transform

Regulierungsmodelle & Evidenz

transformdrugs.org →
Globale Verantwortung

Europas Fußabdruck

Jeder Euro für illegale Drogen finanziert Gewalt – irgendwo auf der Welt. Europa trägt Mitverantwortung.

Der Geldfluss

🇪🇺 31 Mrd. €/Jahr

Europäischer Drogenmarkt

Kartellgewinne

Waffen Korruption Abholzung Gewalt

Kartelle schwächen

Cannabis-Legalisierung funktioniert: Beschlagnahmen an der US-Grenze sanken um bis zu 80%. Aber Kartelle weichen auf andere Drogen aus – nur umfassende Regulierung entzieht ihnen alle Märkte.

Gewalt reduzieren

In Mexiko werden jährlich über 30.000 Tötungsdelikte registriert; organisierte Kriminalität trägt wesentlich dazu bei.

Umwelt schützen

Illegale Kokainproduktion treibt großflächige Entwaldung in Kolumbien; Chemikalien verseuchen Flüsse und Grundwasser.

Menschenrechte

Kartelle nutzen Zwangsarbeit für Produktion und Transport. Frauen und Kinder werden in Produktionsgebieten ausgebeutet.

Repression funktioniert nicht

Schweden zeigt in Echtzeit: Selbst härteste Maßnahmen stoppen Bandenkriminalität nicht, solange der Markt illegal und profitabel bleibt. Das Mantra „härter, schneller, abschieben" ist keine Lösung – es ist Symptombekämpfung ohne Heilung.

Betroffene Regionen

🌎

Lateinamerika

Mexiko, Kolumbien, Peru, Bolivien – Kartellgewalt, Korruption

🌍

Westafrika

Guinea-Bissau, Ghana, Nigeria – Transitrouten, Destabilisierung

🌏

Südostasien

Myanmar, Laos, Thailand – Goldenes Dreieck, Menschenhandel

Einwand: Können wir wirklich die Probleme anderer Länder lösen?

Es geht nicht darum, ihre Probleme zu lösen – sondern darum, sie nicht zu verursachen. Ohne europäische Nachfrage gäbe es keinen Anreiz für diese Gewalt. Das Prinzip kennen wir von Konfliktmineralien und fairem Handel.

Geopolitischer Kontext

Die UN-Konventionen und Europas Spielraum

Das "Single Convention on Narcotic Drugs" von 1961 und nachfolgende UN-Konventionen zwangen Länder weltweit in ein Prohibitionsregime, das lokale Traditionen ignorierte und westliche Interessen priorisierte.

Länder, die sich weigerten, riskierten Sanktionen und den Ausschluss von Handelsabkommen.

Kann Europa sich dem US-Druck entgegenstellen?

✓ Ja, und es passiert bereits

  • Deutschland 2024: Cannabis-Legalisierung trotz internationalem Druck
  • Niederlande: Geduldete Coffeeshops seit 50 Jahren
  • Portugal 2001: Entkriminalisierung aller Drogen
  • Schweiz: Heroin-Abgabeprogramme seit 1994

Warum es funktioniert

  • Wirtschaftsmacht: Die EU ist der größte Binnenmarkt der Welt – die USA können nicht einfach Sanktionen verhängen
  • Präzedenzfälle: Uruguay und Kanada haben vollständig legalisiert ohne Konsequenzen
  • US-Wandel: 24 US-Bundesstaaten haben selbst Cannabis legalisiert – die moralische Autorität bröckelt (DISA)

Der europäische Weg

Europa muss nicht auf UN-Reformen warten. Der Weg ist klar:

1. National vorangehen

Einzelne EU-Länder können vorangehen und Modelle für die Regulierung aller Drogen entwickeln – Schritt für Schritt.

2. EU-Koordination

Erfolgreiche nationale Modelle können über EU-Mechanismen harmonisiert werden.

3. UN-Konventionen reformieren

Mit geschlossener EU-Front lassen sich die veralteten Konventionen mittelfristig reformieren.

Einwand: Verlieren wir nicht unsere Glaubwürdigkeit, wenn wir UN-Verträge ignorieren?

Die UN-Drogenkonventionen sind von 1961 – vor der Mondlandung, vor dem Internet, vor der HIV-Krise. Sie wurden nie aktualisiert, obwohl die Evidenz gegen Prohibition erdrückend ist. Glaubwürdig ist, wer auf Wissenschaft hört – nicht, wer an gescheiterten Dogmen festhält. Die USA selbst halten sich nicht mehr daran. Warum sollte Europa?

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Sicherheit & Gesundheit

Die Evidenz zeigt das Gegenteil. Portugal hat 2001 alle Drogen entkriminalisiert – der Konsum ist nicht gestiegen, bei Jugendlichen sogar gesunken. Die Niederlande haben trotz Coffeeshops niedrigere Cannabis-Konsumraten als viele Länder mit strikter Prohibition. Der Konsum hängt von sozialen Faktoren ab, nicht vom rechtlichen Status.
Die aktuelle Situation ist der schlechteste Jugendschutz: Dealer fragen nicht nach dem Ausweis. Ein regulierter Markt mit strenger Altersverifikation, kontrollierten Verkaufsstellen und ehrlicher Aufklärung schützt Jugendliche besser als ein Schwarzmarkt.
Die Schweiz macht es seit 1994. Schwer Abhängige bekommen pharmazeutisch reines Heroin unter ärztlicher Aufsicht. Ergebnis: Beschaffungskriminalität verschwunden, Gesundheit verbessert, soziale Integration möglich. Die Leute gehen arbeiten statt zu stehlen. Das Programm spart dem Staat Geld und rettet Leben. Das ist nicht verrückt – verrückt ist, was wir jetzt machen.
Sucht ist eine Krankheit, die von vielen Faktoren abhängt – Genetik, Trauma, soziale Situation. Der rechtliche Status ist nicht entscheidend. Aber: In einem regulierten System erreichen wir Betroffene früher, können Hilfe anbieten und Prävention finanzieren.

Kriminalität & Sicherheit

Im Gegenteil: Wir entziehen ihr die Geschäftsgrundlage. Prohibition ist das beste Förderprogramm für Kartelle – sie garantiert hohe Preise und Monopolgewinne. Regulierung zerstört dieses Modell. Die Polizei kann sich auf echte Kriminalität konzentrieren statt Konsumenten zu jagen.
Cannabis-Legalisierung zeigt: Es funktioniert. US-Grenzbeschlagnahmen von Cannabis sanken um bis zu 80%. Aber Kartelle weichen auf Fentanyl, Heroin und Meth aus. Das beweist: Nur die Regulierung ALLER Drogen entzieht ihnen ihre Märkte vollständig. Begleitend braucht es Entwicklungspolitik und faire Lieferketten.

Gesellschaft & Moral

Wir senden ein ehrliches Signal: Drogen sind riskant, deshalb kontrollieren wir sie. Das ist glaubwürdiger als die aktuelle Heuchelei, bei der Alkohol und Tabak – die gefährlichsten Drogen – legal sind, während andere verboten bleiben. Jugendliche durchschauen Widersprüche. Ehrliche Aufklärung wirkt besser als Verbotspropaganda.

Umsetzung

Regulierung macht sich selbst bezahlt. Aktuell fließen €31+ Milliarden jährlich an Kartelle – ohne Qualitätskontrolle, ohne Steuereinnahmen. Mit Regulierung aller Drogen: Steuereinnahmen für Prävention, Therapie und Aufklärung. Erste Erfahrungen mit legalen Märkten zeigen: Schwarzmarktanteile sinken, Steuereinnahmen steigen.
Es gibt funktionierende Modelle: Portugal seit 2001, Schweizer Heroinprogramm seit 1994, kanadische Cannabis-Legalisierung seit 2018. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden – wir können von Erfahrungen lernen.

Kritische Einwände

Der Staat ist bereits im Drogengeschäft – er verkauft Alkohol und Tabak, die zusammen über 200.000 Tote pro Jahr in der EU verursachen. Die Frage ist nicht ob der Staat Drogen reguliert, sondern welche. Aktuell überlässt er die gefährlichsten Substanzen Kartellen, die keine Qualitätskontrolle, keinen Jugendschutz und keine Hilfsangebote kennen. Regulierung ist nicht "Drogendealer spielen" – es ist Verantwortung übernehmen statt wegschauen.
Richtig: Drogen sind gefährlich. Aber Menschen konsumieren sie trotzdem – 87 Millionen Europäer haben es getan. Die Frage ist: Treffen sie auf unbekannte Potenzen und Beimischungen auf der Straße – oder erhalten sie pharmazeutisch reine Substanzen mit ärztlicher Begleitung? 2021 starben in der EU 6.166 Menschen an Drogentodesfällen; Risiken entstehen durch Opioide, Mehrfachkonsum, schwankende Potenzen und Verunreinigungen. Regulierung reduziert diese Risiken durch Standards und Beratung.
Polizeigewerkschaften und Sicherheitsbehörden haben ein institutionelles Interesse am Status quo: Budgets, Stellen, Befugnisse hängen vom "Krieg gegen Drogen" ab. Das ist kein Vorwurf – es ist systemische Logik. Aber Polizisten an der Basis sagen oft das Gegenteil: Sie sind frustriert, immer dieselben Kleinkonsumenten zu jagen, während echte Kriminalität unbearbeitet bleibt. Fragen Sie Beamte, nicht Funktionäre.
Das Argument klingt logisch, aber die Realität widerspricht ihm: 87 Millionen Europäer haben illegale Drogen konsumiert – die Hürde ist offensichtlich nicht hoch genug. Und: Wer in einer Krise ist, findet heute Drogen – nur eben gestreckte, ohne Beratung, ohne Hilfsangebot. In einem regulierten System würde dieselbe Person pharmazeutisch reine Substanz bekommen, mit verpflichtender Erstberatung, Hinweis auf Hilfsangebote und regelmäßigen Gesundheitschecks. Die Apotheke ist nicht der Einstieg ins Verderben – sie ist der Ort, an dem Hilfe beginnen kann. Dealer bieten das nicht.
Die eigentliche Wahrheit

Regulierung ist keine Utopie.

Sie ist eine Verlagerung von Chaos in Systeme.

Die Welt danach ist:

— weniger sichtbar grausam
— weniger spekulativ tödlich
— aber auch weniger bequem zu verdrängen

Man kann dann nicht mehr so tun, als ginge das alles „uns nichts an".

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Alle Drogen.
Reguliert.
In Apotheken.

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6.166 Drogentote
EU 2021.
Null Qualitätskontrolle.

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87 Mio. Europäer
haben konsumiert.
Illegaler Markt?

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1,6 Mio.
Drogendelikte EU 2023.
Staatliche Ressourcen?

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31 Mrd. €
EU-Drogenmarkt pro Jahr.
Kartelle kassieren.

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0% Streckmittel
garantiert.
Nur in Apotheken.

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Regulierung ist
keine Utopie.
Sie ist System.

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Du siehst sie.
Faulende Wunden.
Das ist Prohibition.

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Sehr geehrte/r [NAME],

ich schreibe Ihnen als besorgte/r Bürger/in aus [STADT/WAHLKREIS].

Die aktuelle Drogenpolitik zwingt Menschen, die Drogen konsumieren, auf illegale Märkte. Dort kaufen sie von Kriminellen Substanzen unbekannter Zusammensetzung und Dosierung – oft unter gefährlichen Bedingungen. Jedes Jahr sterben tausende Menschen an Verunreinigungen und Überdosierungen, die durch Qualitätskontrolle vermeidbar wären.

Gleichzeitig fließen über 30 Milliarden Euro jährlich in die Hände von Kartellen – Geld, das Gewalt, Korruption und Instabilität in Produktionsländern finanziert, während der Staat auf Steuereinnahmen verzichtet.

In Dokumentationen und Reportagen über Drogenkriminalität heißt es immer: "Es gibt keine Lösung." Doch nie wird auch nur ein Halbsatz darüber nachgedacht, dass echte Regulierung – mit legaler Produktion, legalem Großhandel und legalem Verkauf – die Kartelle entmachten könnte. Dieser blinde Fleck der Debatte muss enden.

Die Lösung: Ein vollständig regulierter Markt mit kontrolliertem Verkauf aller Drogen in Apotheken oder lizenzierten Fachgeschäften. Dieses Modell kann:
• Leben retten durch pharmazeutische Qualität und korrekte Dosierung
• Kartellen den gesamten Markt entziehen – nicht nur den Endverkauf
• Milliarden in Steuern generieren für Prävention und Therapie
• Beratung und Früherkennung ermöglichen durch geschultes Fachpersonal

Ich bitte Sie, sich für einen vollständig regulierten Drogenmarkt einzusetzen – mit Gesundheitsschutz statt Schwarzmarkt.

Mit freundlichen Grüßen,
[IHR NAME]
[IHRE ADRESSE]

Tipps für wirksame Briefe

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  • Nachfassen: Keine Antwort nach 2-3 Wochen? Schreiben Sie erneut.